Forschungsprojekte 2007-2015

Irreguläre Lehrerwechsel und schÜlerleistung (2013-2015)

Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF)

 

Kurzbeschrieb

Im Fokus des Projekts stehen Lehrerwechsel, die nicht an reguläre institutionelle Übergänge gebunden sind, son­dern irregulären (non-normativen) Charakter haben. Der Wechsel kann vorübergehend (bedingt durch Krank­heit, Unfall, Auszeit, Mutterschaft u.ä.) oder definitiv (bedingt durch Stellenwechsel, Kündigung, Pensionierung, Tod u.ä.) sein. Anekdotische Belege zeigen, dass vor allem bei definitivem Ausscheiden einer Lehrkraft negative Auswirkungen auf die Leistungsentwicklung von Schülerinnen und Schülern erwartet werden, wenn auch immer wieder postuliert wird, dass das unzeitige Ausscheiden ungenügend qualifizierter oder erfolgloser Lehrkräfte aus dem Schuldienst positive Wirkungen zeige. Neuere Studien (v.a. aus den USA) befassen sich fast ausschliesslich mit institutionellen und ökonomi­schen Effekten von teacher turnover, unter Vernachlässigung pädagogisch-psychologischer Fragestellungen. Angesichts des ungenügenden Forschungsstandes war das Hauptziel des Projekts, Ausmass und Auswirkungen irregulärer Lehrerwechsel anhand eines umfangreichen behördlichen Datensatzes zunächst beschreibend zu erfassen, um in einer anschliessenden Befragung von Schülerinnen und Schülern nach möglichen erklärenden Ursachen zu suchen. Verwendet wurde ein seit 2003 aufgebauter Datensatz der Erziehungsdirek­tion des Kantons Bern, in dem neben sämtlichen Berufsfachschulen auch sukzessive alle öffentlichen und privaten Gymnasien des Kantons erfasst werden. Der Datensatz weist eine hinreichende Grösse auf, um statistische Analysen durchzuführen. Analysiert wurden Schülerkarrieren über den gesam­ten, an ausgewählten Gymnasien absolvierten gymnasialen Bildungsgang von drei konsekutiven Schuljahren, wobei die halbjährlich verfügbaren Zeugnisnoten in den Fächern Deutsch, Französisch, Mathematik, Geschichte und Sport den Analysefo­kus bildeten. Schülerkarrieren ohne Lehrerwechsel wurden mit solchen mit Lehrerwechsel vergli­chen. In einer separaten Studie wurden Schülerinnen und Schüler des letzten Gymnasialjahres in einer schriftlichen Befragung zu Erfahrungen mit irregulären Lehrerwechseln befragt.

 

Publikationen zum Projekt

Erschienen ist inzwischen eine Dissertation, die im Rahmen des Projekts entstanden ist und die Schülerbefragung dokumentiert:

 

Fanger, Felicitas Elisabeth (2017). Irreguläre Lehrerwechsel aus Schülerperspektive. Eine Befragung von Gymnasiastinnen und Gymnasiasten zu irregulären Lehrerwechseln in den Fächern Deutsch, Französisch, Geschichte und Mathematik. Bern: Philosophisch-humanwissenschaftliche Fakultät.

 

 

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FANGER: Irreguläre Lehrerwechsel aus Schülerperspektive
Dissertation FANGER 2017 k.pdf
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(weitere Publikationen sind in Vorbereitung)



Geschlechtsuntypische Berufs- und Studienwahlen bei jungen Frauen (2010-2013)

Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) im Rahmen des NFP 60

 

Kurzbeschrieb

Das Projekt verfolgte das Ziel, familiale und schulische Bedingungen für die anhaltende Geschlechtersegregation bei der Berufs- und Studienwahl von Jugendlichen, insbes. jungen Frauen, aufzudecken. Ein besonderes Interesse lag in der Frage, was für eine geschlechtsuntypische Berufs- oder Studienwahl von Frauen entscheidender ist: persönliche Vorbilder (Eltern, Lehrpersonen) oder der schulische Unterricht. Das Untersuchungsdesign war zweistufig angelegt und umfasste eine quantitative und eine qualitative Forschungsphase. In der 1. Forschungsphase wurden in 18 Kantonen der Deutschschweiz rd. 4500 Schülerinnen und Schüler von Gymnasien und Berufsmittelschulen mittels standardisierter Fragebogen zur Unterrichtsqualität in den Fächern Mathematik, Physik und Chemie sowie zu familiären Einflüssen und Vorbildern bei der Berufs- und Studienwahl befragt. Daten wurden auch bei den Lehrpersonen der Gymnasial- und Berufsmittelschulklassen erhoben (N = 197). In der 2. Forschungsphase wurden, basierend auf Ergebnissen der 1. Phase, mit 71 Berufsmittelschülerinnen, die eine Lehre in einem frauenuntypischen Beruf absolvierten, und mit 16 Gymnasiastinnen, die beabsichtigten, ein Studium in einem männerdominierten Studienfach aufzunehmen, qualitative Einzelinterviews durchgeführt. In einem Teilprojekt wurden Lehrmittel, die in den erwähnten Fächern verwendet werden, in Bezug auf die textliche und bildliche Darstellung der Geschlechter inhaltsanalytisch untersucht.

 

Materialien

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Forschungsplan
Antrag SNF Auszug GBSF k.pdf
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Projektinformation
Projekt-Info_GBSF_ger3 k.pdf
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Zwischenbericht
Präsentation Zwbericht k.pdf
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Schlussbericht
Zusammenfassung Schlussbericht k.pdf
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Links

 

Medien

 

Publikationen zum Projekt

Aeschlimann, Belinda, Walter Herzog & Elena Makarova (2015). Bedingungen für eine geschlechtsuntypische Berufswahl bei jungen Frauen. Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt. In: Die berufsbildende Schule, 67, S. 173-177.


Aeschlimann, Belinda, Walter Herzog & Elena Makarova (2015). Studienpräferenzen von Gymnasiastinnen und Gymnasiasten: Wer entscheidet sich aus welchen Gründen für ein MINT-Studium? In: Schweizerische Zeitschrift für Bildungswissenschaften, 37, S. 285-300.

 

Aeschlimann, Belinda, Walter Herzog & Elena Makarova (2015). Frauen in MINT-Berufen. Retrospektive Wahrnehmung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts auf der Sekundarstufe I. In: Zeitschrift für Bildungsforschung, 5, S. 37-49.

 

Fanger, Felicitas (2013). Darstellung der Geschlechter im Chemieschulbuch Elemente. Eine Inhaltsanalyse eines Schulbuches der Sekundarstufe II. Masterarbeit. Bern: Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Pädagogische Psychologie.

Herzog, Walter, Elena Makarova & Belinda Aeschlimann (2014). Berufswahlentscheid von Frauen: Erfahrungen im Berufsfeld machen es aus! In: Panorama, 25 (2), S. 27.


Ignaczewska, Julia (2013). Familie, Geschlecht und Berufswahl. Eine Untersuchung der familialen Bedingungen geschlechtsuntypischer Berufs- und Studienwahl bei Jugendlichen. Inauguraldissertation der Philosophisch-humanwissenschaftlichen Fakultät. Bern: Universität Bern.


Makarova, Elena & Walter Herzog (2013). Karriere und Geschlecht: Weshalb wählen Frauen ‹Männerberufe›? Neue Befunde zur Studienwahl von jungen Frauen. In: Abteilung für die Gleich­stellung von Frauen und Männern (Ed.): Chancengleichheit. Aktionsplan Gleichstellung (S. 28-29). Bern: Universität Bern.


Makarova, Elena & Walter Herzog (2014). Geschlechtsuntypische Berufswahlen bei jungen Frau­en: Muss das Vorbild weiblich sein? In: Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisa­tion, 34, S. 38-54.


Makarova, Elena & Walter Herzog (2015). Trapped in the Gender Stereotype? The Image of Science among Secondary School Students and Teachers. In: Equality, Diversity and Inclusion. An International Journal, 34, S. 106-123.

 

Makarova, Elena, Belinda Aeschlimann & Walter Herzog (2016). Wenn Frauen in MINT-Studiengängen fehlen. Mathematisch-naturwissenschaftlicher Unterricht und die Studienwahl junger Frauen. In: Hannelore Faulstich-Wieland (Hrsg.): Berufsorientierung und Geschlecht (S. 39-57). Weinheim: Juventa.

Makarova, Elena, Belinda Aeschlimann & Walter Herzog (2016). Why is the pipeline leaking? Experiences of young women in STEM vocational education and training and their adjustment strategies. In: Empirical Research in Vocational Education and Training, 8:2.


Makarova, Elena, Walter Herzog, Julia Ignaczewska & Belinda Vogt (2012). Geschlechtsuntypische Berufs- und Studienwahlen bei jungen Frauen. Dokumentation der Projektphase 1. Forschungsbericht Nr. 42. Bern: Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Pädagogische Psychologie.


Makarova, Elena, Walter Herzog, Belinda Vogt & Julia Ignaczewska (2012). Geschlechtsuntypische Berufs- und Studienwahlen bei jungen Frauen. Dokumentation und Ergebnisse der Projektphase 2. Forschungsbericht Nr. 43. Bern: Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Pädagogische Psychologie.


Maurer, Barbara (2012). Inhaltsanalytische Untersuchung dreier Mathematik-Lehrmittel. Die Darstellung der Geschlechter und der geschlechtlichen Arbeitsteilung. Masterarbeit. Bern: Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Pädagogische Psychologie.

Suter, C. (2013). Schulbuchanalyse im Fach Physik auf der Sekundarstufe II. Textliche und bildliche Darstellung der Geschlechter. Masterarbeit. Bern: Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Pädagogische Psychologie.




Klassenmanagement und kulturelle Heterogenität (2007-2010)

Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF)

 

Kurzbeschrieb

Die Studie umfasste zwei Phasen. In der ersten, quantitativ ausgerichteten Phase wurden bei 4'394 Schülerinnen und Schülern aus 225 Klassen der 5. Primarstufe sowie deren Lehrpersonen aus sechs Kantonen der Deutschschweiz mittels standardisierten Fragebogen Daten zur Beurteilung des Unterrichts erhoben, wobei ein besonderer Fokus auf dem Unterrichtsstil der Lehrkraft (schüler- vs. lehrerorientiert), verschiedenen Aspekten der Klassenführung und Störungen des Unterrichts durch die Schülerinnen und Schüler lag. Die Klassen wurden nach unterschiedlichen Anteilen von Schülerinnen und Schülern ausländischer Herkunft rekrutiert (tiefe vs. mittlere vs. hohe kulturelle Heterogenität der Klassen). Als Indikatoren für einen erfolgreichen (wirksamen) Unterricht dienten ein störungsfreier Unterricht sowie die Lernleistungen der Schülerinnen und Schüler (operationalisiert als Zeugnisnoten). Für die zweite, qualitativ ausgerichtete Forschungsphase wurden aus der Stichprobe der ersten Phase nach typologischen Gesichtspunkten 24 Klassen, die mittlerweile zur 6. Primarstufe vorgerückt waren, ausgewählt. Die Schülerinnen und Schüler gaben teils in Einzel-, teils in Gruppeninterviews vertiefende Auskünfte zu ihrer Wahrnehmung des Unterrichts hinsichtlich Klassenführung und Unterrichtsstörungen sowie zu ihrem eigenen Störverhalten.

 

Materialien

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Forschungsplan
Antrag SNF Auszug k.pdf
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Erweiterter Projektbeschrieb
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Publikationen zum Projekt

Altin, Özlem, Sina Känel-Borloz, Valérie Lehmann & Snezana Milojevic (2010). Unterrichtsstörungen. Der Einfluss des fami­liären Hintergrundes. Masterarbeit. Bern: Universität Bern,. Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Pädagogische Psychologie.

Herzog, Walter & Elena Makarova (2012). Multikulturalität in der Schule: Herausforderungen für das Klassenmanagement. Referat am 49. Deutschen Historikertag vom 25.-28.9.2012 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.


Makarova, Elena & Walter Herzog (2013). Teachers’ Acculturation Attitudes and their Classroom Management: An Empirical Study among Fifth-Grade Primary School Teachers in Switzerland. In: European Educational Research Journal, 12, S. 256-269.

 

Makarova, Elena, Walter Herzog & Marie-Theres Schönbächler (2014). Wahrnehmung und Interpretation von Unterrichtsstörungen aus Schülerperspektive sowie aus Sicht der Lehrpersonen. In: Psychologie in Erziehung und Unterricht, 61, S. 127-140.

Makarova, Elena, Marie-Theres Schönbächler & Walter Herzog (2008). Klassenmanagement und kulturelle Heterogenität: Projektphase 1. Forschungsbericht Nr. 33. Bern: Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Pädagogische Psychologie.


Makarova, Elena, Marie-Theres Schönbächler & Walter Herzog (2009). Klassenmanagement und kulturelle Heterogenität: Ergebnisse 1. Forschungsbericht Nr. 35. Bern: Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Pädagogische Psychologie.


Makarova, Elena, Marie-Theres Schönbächler & Walter Herzog (2010). Klassenmanagement und kulturelle Heterogenität: Ergebnisse 2b – Stellungnahme der Lehrpersonen. Forschungsbericht Nr. 40. Bern: Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Pädagogische Psychologie.


Schönbächler, Marie-Theres, Walter Herzog & Elena Makarova (2012). «Schwierige» Schulklassen. Eine Analyse des Zusammenhangs von Klassenzusammensetzung und wahrgenommenen Unterrichtsstörungen. In: Unterrichtswissenschaft, 39, S. 310-327.

Schönbächler, Marie-Theres, Elena Makarova & Walter Herzog (2009). Klassenmanagement und kulturelle Heterogenität: Projektphase 2. Forschungsbericht Nr. 36. Bern: Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Pädagogische Psychologie.


Schönbächler, Marie-Theres, Elena Makarova, Walter Herzog, Özlem Altin, Sina Känel, Valérie Lehmann & Snezana Milojevic (2009). Klassenmanagement und kulturelle Heterogenität: Ergebnisse 2. Forschungsbericht Nr. 37. Bern: Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Pädagogische Psychologie.